Die größte Hürde beim Familienalbum ist selten die Gestaltung. Es ist die Auswahl aus vielen fast gleichen Bildern, Screenshots und Chat-Downloads. Ein begrenzter Arbeitsablauf verhindert, dass aus dem Projekt ein zweites digitales Archiv wird.
1. Den Zeitraum festlegen
Beginne nicht mit „unsere Familie“, sondern mit einem überschaubaren Kapitel: ein Kalenderjahr, eine Reise, die ersten zwölf Monate oder jeden Sommer am selben Ort. Kopiere alle Kandidaten in einen eigenen Arbeitsordner. Die Kamerarolle bleibt unverändert.
2. Technische Ausschussrunde
Entferne versehentliche Aufnahmen, schwarze Bilder, reine Screenshots ohne Erinnerungswert und Dateien, die sich nicht öffnen lassen. Lösche Originale nicht sofort. Arbeite mit Kopien oder einem Album, aus dem du Bilder wieder herausnehmen kannst.
3. Ähnliche Fotos vergleichen
Bei Serienaufnahmen genügt meist ein Bild. Wähle nach Ausdruck, Fokus und lesbarem Kontext—nicht nur nach maximaler Schärfe. Ein leicht bewegtes Foto kann wichtiger sein als die technisch perfekte Variante. Behalte zwei Bilder nur, wenn sie unterschiedliche Momente erzählen.
4. Eine einfache Reihenfolge wählen
Chronologie ist robust, aber nicht verpflichtend. Ein Reisealbum kann nach Orten, ein Jahresbuch nach Jahreszeiten und ein Familienporträt nach Menschen gegliedert sein. Metadaten helfen, sind aber nicht unfehlbar: weitergeleitete Bilder tragen oft das Download-Datum statt des Aufnahmetags. Bestätige wichtige Daten selbst.
5. Wenige Bildtexte schreiben
Notiere Ort, Datum und die Namen, die für das spätere Verständnis nötig sind. Vermeide erfundene Geschichten oder automatische Zuschreibungen. Ein guter Bildtext sagt etwas, das im Bild nicht zu sehen ist: „Der letzte Nachmittag im alten Garten“ ist hilfreicher als „Wir stehen im Garten“.
6. Mit einem vollständigen Korrekturdurchgang abschließen
Prüfe Doppelseiten, nicht nur einzelne Bilder. Stehen ähnliche Motive direkt hintereinander? Werden wichtige Gesichter vom Bund verschluckt? Sind private Informationen auf Dokumenten oder Displays sichtbar? Erst danach sollte eine Druckdatei entstehen.
Kept in Pages prüft Bildqualität und Duplikate, übernimmt aber Namen und Beziehungen nur aus deinen Angaben. Die digitale Ausgabe bleibt Teil jedes gedruckten Albums.
Häufige Fragen
Wie viele Fotos passen auf eine Seite?
Oft wirken ein bis drei Fotos ruhiger als ein dichtes Raster. Wichtige Bilder verdienen eine eigene Seite oder eine ganze Doppelseite.
Soll ich alle Bilder vorher bearbeiten?
Nein. Bewahre Masterdateien und bearbeite nur Auswahlbilder. Einheitlicher Weißabgleich und maßvolle Helligkeit helfen; starke Filter altern schnell.
Was ist mit Bildern aus Messengern?
Sie können komprimiert sein und falsche Zeitdaten tragen. Nutze nach Möglichkeit die Originaldatei und bestätige das Datum unabhängig.